Eltern und Kindheit loslassen:
Wenn alte Verletzungen das Leben bestimmen
Sie sind längst erwachsen.
Vielleicht haben Sie beruflich viel erreicht. Sie tragen Verantwortung, haben eine eigene Familie oder stehen mit beiden Beinen fest im Leben.
Und trotzdem genügt manchmal ein Besuch bei den Eltern, ein Telefonat mit der Mutter oder ein bestimmter Satz des Vaters und plötzlich ist etwas wieder da, von dem Sie glaubten, es längst hinter sich gelassen zu haben.
Die alte Wut.
Die Enttäuschung.
Das Gefühl, nicht gesehen oder nicht ernst genommen zu werden.
Und manchmal auch eine tiefe Verbitterung.
Wenn erfolgreiche Erwachsene plötzlich wieder zum Kind werden
Das Erstaunliche daran ist: Viele Betroffene wissen sehr genau, was damals falsch gelaufen ist.
Als Erwachsene erkennen sie die Schwächen ihrer Eltern. Sie sehen heute vielleicht sogar deutlicher als die Eltern selbst, welche Fehler gemacht wurden.
Manche stellen irgendwann fest, dass sie ihrer Mutter oder ihrem Vater intellektuell, emotional oder in ihrer Lebensführung längst weit voraus sind.
Doch dieses Wissen schützt nicht davor, bei der nächsten Begegnung wieder in eine merkwürdig vertraute Rolle zu geraten.
Da ist die erfolgreiche Unternehmerin, die von ihrer Mutter noch immer behandelt wird, als könne sie keine vernünftige Entscheidung treffen.
Der gestandene Mann, der nach einem Besuch bei seinem Vater tagelang wütend ist.
Oder die Tochter, die jedes Weihnachten mit einem unguten Gefühl nach Hause fährt und sich anschließend fragt:
Warum tue ich mir das eigentlich noch an?
Muss ich den Kontakt zu meinen Eltern abbrechen?
Irgendwann taucht bei vielen genau diese Frage auf.
Soll ich den Kontakt reduzieren?
Soll ich ihn ganz abbrechen?
Oder gehe ich weiterhin zu Geburtstagen, Weihnachten und Familienfeiern, obwohl ich eigentlich nicht hinmöchte?
Vielleicht aus Pflichtgefühl.
Vielleicht aus Angst vor dem endgültigen Bruch.
Vielleicht auch, weil ein Teil von Ihnen noch immer hofft, dass die Beziehung eines Tages anders werden könnte.
Doch jede neue Begegnung kann auch bedeuten, dass alte Wunden wieder aufgerissen werden.
Ein Satz genügt.
Eine Bemerkung.
Ein abschätziger Blick.
Und plötzlich ist all das wieder gegenwärtig, was eigentlich Jahrzehnte zurückliegt.
Die Kindheit ist vorbei. Und trotzdem wirkt sie weiter.
Gerade das kann für intelligente und reflektierte Menschen schwer zu verstehen sein.
Man kann seine Vergangenheit analysieren.
Man kann die Fehler der Eltern erkennen.
Man kann sich ein völlig anderes Leben aufgebaut haben.
Und trotzdem innerlich noch immer an etwas gebunden sein, das längst vorbei sein sollte.
Bei manchen Menschen ist es Groll.
Bei anderen tiefe Enttäuschung.
Manchmal Verbitterung.
Und bei schweren Erfahrungen können auch traumatische Verletzungen eine Rolle spielen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht immer:
Wer hatte damals recht?
Sondern vielmehr:
Wie viel Einfluss soll das, was damals geschehen ist, heute noch auf mein Leben haben?
Zwischen Kontaktabbruch und Aushalten gibt es einen eigenen Weg
Genau an diesem Punkt entsteht häufig Ratlosigkeit.
Denn weder ein Kontaktabbruch noch das pflichtbewusste Weiterfunktionieren löst automatisch das, was innerlich geblieben ist.
Man kann den Kontakt zu seiner Mutter vollständig abbrechen und sich trotzdem jeden Tag über sie ärgern.
Und man kann Weihnachten gemeinsam am Tisch sitzen, obwohl man innerlich schon seit Jahren weit voneinander entfernt ist.
Die äußere Entscheidung und die innere Lösung sind nicht dasselbe.
Welche Entscheidung für einen Menschen richtig ist, lässt sich deshalb nicht mit einem allgemeinen Ratschlag beantworten.
Es ist eine sehr persönliche Frage.
Und manchmal eine, bei der man allein nicht weiterkommt.
Wenn Sie Ihre Vergangenheit nicht länger mitnehmen möchten
In meiner Praxis in Braunschweig begleite ich Menschen, die genau vor solchen Fragen stehen.
Menschen, die längst erwachsen sind und dennoch merken, dass bestimmte Erfahrungen aus ihrer Kindheit bis heute nachwirken.
Dabei geht es nicht darum, Eltern nachträglich zu verurteilen oder Ihnen vorzuschreiben, ob Sie den Kontakt aufrechterhalten oder abbrechen sollten.
Es geht um Sie.
Um alte Verletzungen, um Groll, Verbitterung und um die Frage, wie viel Raum Ihre Vergangenheit in Ihrem heutigen Leben noch einnehmen soll.
Denn vielleicht besteht die wichtigste Entscheidung irgendwann nicht darin, was Sie mit Ihren Eltern machen.
Sondern darin, was Sie mit dem machen, was Ihre Eltern in Ihnen hinterlassen haben.
Rufen Sie mich gern an oder schreiben Sie mir eine persönliche Nachricht über das Kontaktformular.
Markus Fetzer
Heilpraktiker für Psychotherapie
Privatpraxis für Psychotherapie | Hypnosetherapie | Individualtherapie
