Burnout Burnoutsyndrom mentale Erschöpfung

Burnout (auch Burn-out oder Burnoutsyndrom) verstehen

Viele Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte kommen nicht wegen Erschöpfung in eine Praxis. Sie kommen wegen Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit, Herzklopfen, Leere oder dem Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Das Wort Burnout fällt oft erst später. Manchmal widerwillig. Manchmal mit Scham.

Dabei ist Burnout keine medizinische Diagnose und keine Krankheit im eigentlichen Sinne. Burnout beschreibt einen Zustand. Einen Zustand tiefer Erschöpfung auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene. Er entsteht nicht über Nacht. Er ist das Ergebnis eines langen inneren Verschleißes. Eines Lebens im dauerhaften Funktionsmodus.

Gerade Menschen in Verantwortung sind dafür besonders anfällig. Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte tragen nicht nur ihre eigenen Lasten, sondern oft auch die vieler anderer. Sie müssen entscheiden, tragen Risiken, halten Spannungen aus, funktionieren auch dann, wenn sie selbst längst müde sind. Schwäche zeigen gehört in vielen Rollen nicht zum Selbstbild. Durchhalten hingegen schon.

Burnout entsteht selten, weil jemand zu wenig kann. Er entsteht häufig, weil jemand zu lange zu viel trägt.

Burnout ist kein Versagen

In dieser Zielgruppe ist die Angst groß, durch Erschöpfung an Ansehen zu verlieren. Viele glauben, sie müssten stark sein. Belastbar. Unerschütterlich. Wer Hilfe braucht, hat versagt. So fühlt es sich zumindest an.

Doch Burnout ist kein Zeichen von Schwäche. Er ist ein Hinweis darauf, dass ein Mensch über längere Zeit gegen seine inneren Grenzen gelebt hat. Oft mit großem Engagement, mit Verantwortung, mit Idealismus, mit dem Wunsch, alles richtig zu machen. Burnout trifft nicht die Gleichgültigen. Er trifft häufig die Engagierten.

Sich Unterstützung zu holen ist in diesem Kontext kein Rückzug, sondern ein Akt von Verantwortung. Verantwortung für sich selbst. Und oft auch für das, was von einem abhängt.

Wie sich Burnout anfühlen kann

Burnout zeigt sich nicht nur als Müdigkeit. Viele Betroffene beschreiben eine tiefe innere Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht mehr auflösen lässt. Der Körper funktioniert noch, aber ohne Kraft. Entscheidungen fallen schwer. Dinge, die früher Freude bereitet haben, wirken leer. Gedanken kreisen. Der Kopf ist voll, aber innerlich ist man leer.

Manche erleben eine ständige innere Anspannung, als würde der Motor nie mehr abschalten. Andere fühlen sich wie abgeschnitten von sich selbst. Reizbarkeit, Ungeduld, emotionale Abflachung, Rückzug, körperliche Symptome wie Magenprobleme, Herzklopfen, Kopfschmerzen oder Verspannungen sind häufige Begleiter.

Viele funktionieren weiter. Nach außen scheinbar souverän. Innen jedoch wächst das Gefühl, sich selbst zu verlieren.

Warum frühes Handeln so wichtig ist

Burnout ist ein Prozess. Kein plötzlicher Zusammenbruch, sondern ein schleichender Weg in die Erschöpfung. Je länger dieser Zustand andauert, desto tiefer greift er in das innere Gleichgewicht ein. Was anfangs noch kompensierbar ist, wird mit der Zeit zur Dauerbelastung.

Viele hoffen, dass ein Urlaub, ein freies Wochenende oder etwas weniger Druck ausreichen. Manchmal hilft das kurzfristig. Doch wenn die grundlegenden Muster unverändert bleiben, kehrt der Zustand zurück. Oft stärker als zuvor.

Frühzeitig innezuhalten bedeutet, nicht erst zu warten, bis nichts mehr geht. Es bedeutet, die Signale ernst zu nehmen, bevor der Körper oder die Psyche die Notbremse ziehen.

Worum es in der Therapie wirklich geht

In meiner Praxis geht es bei Burnout nicht um schnelle Reparaturen, damit jemand möglichst bald wieder genauso weitermachen kann wie zuvor. Es geht darum, die inneren und äußeren Schwachstellen zu erkennen, die zu diesem Zustand geführt haben.

Burnout entsteht selten allein durch Arbeitsmenge. Häufig sind es tieferliegende Muster: ein dauerhaftes Übergehen eigener Bedürfnisse, ein innerer Antreiber, der keine Pausen erlaubt, ein Verantwortungsgefühl, das keine Grenzen kennt, ein Leben, das nur noch aus Pflichten besteht. Oft sind Arbeit und Privatleben aus dem Gleichgewicht geraten, manchmal existiert ein Privatleben nur noch auf dem Papier.

Für ein nachhaltiges Therapieergebnis ist Veränderungsbereitschaft entscheidend. Nicht im Sinne radikaler Umbrüche, sondern im Sinne einer ehrlichen Neuordnung. Was raubt dauerhaft Kraft. Was wird getragen, obwohl es längst zu schwer geworden ist. Wo wird gegen sich selbst gelebt.

Therapie bedeutet hier, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen. Die eigenen Grenzen zu spüren. Prioritäten neu zu setzen. Entscheidungen nicht nur aus Pflicht, sondern auch aus innerer Stimmigkeit heraus zu treffen. Nur so kann sich das Nervensystem langfristig beruhigen. Nur so wird aus kurzfristiger Erholung eine dauerhafte Stabilisierung.

Burnout ist in diesem Sinne kein Feind, sondern ein Signal. Ein deutliches. Und oft ein heilsames, wenn man bereit ist, ihm zuzuhören.

Diskretion und geschützter Raum

Gerade für Unternehmer und Führungskräfte ist Diskretion ein zentrales Anliegen. In meiner privaten Praxis dürfen Sie davon ausgehen, dass Ihr Anliegen absolut vertraulich behandelt wird. Sie begegnen hier keinem System, keiner Institution, keiner Öffentlichkeit. Sondern einem geschützten Raum, in dem alles ausgesprochen werden darf, was sonst keinen Platz hat.

Sie müssen hier nichts darstellen, nichts beweisen, nichts aufrechterhalten. Sie dürfen einfach Mensch sein.

Vielleicht spüren Sie bereits, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Vielleicht funktionieren Sie noch, aber nicht mehr aus sich heraus. Vielleicht haben Sie lange gedacht, es müsse so sein.

Burnout ist kein Endpunkt. Er ist ein Wendepunkt. Und er kann der Beginn einer Entwicklung sein, die nicht nur Erschöpfung beendet, sondern zu einem Leben führt, das sich wieder nach Ihnen anfühlt.

Meine Arbeitsweise

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